Wir eröffnen den Igelpfad und das ``Wilde Klassenzimmer``

Sanft raschelndes Laub, geheimnisvolle Schatten und das leise Schnaufen eines kleinen, stacheligen Gartenbewohners – der Igel gehört zu den stillen Helden unserer Natur. Doch genau dieser heimliche Gartenbesucher wird immer seltener. Umso wichtiger ist es, ihn wieder ins Bewusstsein zu rücken. Wir setzen dafür ein starkes Zeichen: Am 17. Mai 2026 von 11 bis 16 Uhr wird im Rahmen eines Igeltages der neue Igelpfad eröffnet.

Im Mittelpunkt steht ein Tier, das kaum jemand sieht und das dennoch viel über den Zustand unserer Umwelt verrät. Denn der Igel gilt als Indikator für ein intaktes Ökosystem. Wo er verschwindet, stimmt oft etwas nicht: Lebensräume gehen durch Bebauung verloren, Gärten werden zunehmend „igelunfreundlich“ gestaltet, Straßen durchschneiden seine Lebensräume. Die Folge: Der Igel steht inzwischen auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Entlang des neuen Pfades laden elf Informationstafeln, gesponsert vom Verein Artenschutz Wildpark Lüneburger Heide e.V., dazu ein, mehr über das nachtaktive Tier zu erfahren. Doch der Igelpfad ist mehr als nur ein Spazierweg – er ist ein Gemeinschaftsprojekt. Unterstützt wurde die Umsetzung von der Igelpflege Gellersen, einer zertifizierten und rein spendenfinanzierten Igelstation. Gemeinsam mit der Igelpflege Rotenburg/Wümme e.V. brachten die Expertinnen ihr Fachwissen in die Gestaltung des Pfades ein.

Mit beeindruckendem Engagement haben zudem die Kinder des Wildpark-Clubs der IGS Hanstedt praktische Lebenshilfen für Igel geschaffen: Überwinterungsmöglichkeiten, igelfreundliche Zäune oder kleine „Futterkeller“. Unter der Begleitung von Lernbegleiterin Katja Krause arbeiteten die Kinder mit Feuereifer an ihren Ideen – und erlebten dabei einen ganz besonderen Moment: Als während der Bauarbeiten ein verletzter Igel eingeliefert wurde, konnten viele von ihnen zum ersten Mal ein echtes Tier aus nächster Nähe sehen. Die unmittelbare Begegnung mit dem geschwächten Tier machte eindrücklich klar, wie bedroht Igel inzwischen sind und dass etwas gegen sein Verschwinden getan werden muss.

Igeltag: Mitmachen, Staunen, Verstehen

Der Igeltag am 17. Mai bietet ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Neben Infoständen, Flyern und anschaulichen Schaukästen erwarten euch zahlreiche Mitmachaktionen: Wie lebt ein Igel? Was frisst er? Und wie kann man den eigenen Garten zu einem sicheren Rückzugsort machen? Zwei spannende Vorträge – jeweils am Vormittag und am Nachmittag – von Merwel Otto-Link (Igelpflege Rotenburg/Wümme e.V.) zum Thema: „Der Igel – Gestern, heute… und auch noch morgen?“, vertiefen das Wissen rund um den Igel. Für junge Entdecker gibt es eine Igel-Rallye mit kleinen Überraschungen. Auch das beliebte Wildpark-Maskottchen Willi Wildpark darf nicht fehlen und bekommt Besuch von Maskottchen Igeldame Marlies.

Das neue „Wilde Klassenzimmer“ wird eröffnet

Zeitgleich mit dem Igelpfad wird ein weiterer bedeutender Lernort eingeweiht: das Wilde Klassenzimmer. Der gläserne, rund 50 Quadratmeter große Raum liegt idyllisch im Schatten alter Buchen, direkt neben dem Igelpfad. Ausgestattet mit moderner Präsentationstechnik bietet er künftig Raum für Umweltbildung, Workshops und Seminare. Als Erweiterung der Wildpark-Schule ermöglicht das Wilde Klassenzimmer Bildungsangebote für Kindergärten, Schulklassen und Gruppen – auch bei schlechtem Wetter. Darüber hinaus soll es künftig für Firmenevents zur Verfügung stehen.

Ab dem 17. Mai finden dort regelmäßig an den Wochenenden von 11 bis 14 Uhr sogenannte „Entdeckerstunden“ statt. Zum Auftakt dreht sich alles um den Igel, gefolgt von weiteren Themen wie „Kleine Helden ganz groß – Bienen und Insekten“ (24. Mai) und „Bitte nicht anfassen – Jungtiere im Frühling“ (31. Mai).

Alle Aktionen am Igeltag sowie die Entdeckerstunden an den Wochenenden sind im Eintrittspreis enthalten.

Ein Appell für mehr Naturbewusstsein

Mit dem neuen Igelpfad setzen wir ein klares Zeichen: Artenschutz beginnt vor der eigenen Haustür. Ziel ist es, unsere Besucher nicht nur zu informieren, sondern zum Umdenken und Handeln zu bewegen. Denn nur wenn der Igel wieder mehr Platz in unseren Gärten und Gedanken findet, wird sein leises Rascheln auch in Zukunft noch zu hören sein.

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