Ein Wolfsmädchen für den Wildpark

Unser Wolfsmädchen Anuschka wurde 2019 alleine in einem Waldgebiet gefunden, seitdem lebt sie bei uns im Wildpark. Die Pflegerin Tanja Askani erzählt erzählt im Interview, was an Anuschkas Geschichte so besonders ist.

Wie alt ist Anuschka?

Anuschka ist jetzt 2 Jahre alt

Welcher Wolfsart gehört sie an?

Europäischer Grauwolf

Wie ist Anuschka in den Wildpark gekommen?

Das halb verhungerte Wolfsmädchen wurde Pfingstmontag 2019 von Spaziergängern in einem Waldgebiet in Sachsen gefunden und in der Auffangstation des Naturschutz-Tierparks Görlitz e. V. isoliert untergebracht. Das Monitoring in der Umgebung des Fundorts wurde sofort intensiviert, es konnten jedoch keine ausreichenden Anhaltspunkte für das Rückzugsgebiet der Eltern sowie weiterer Geschwister der kleinen Wölfin gefunden werden – somit war die Möglichkeit einer Rückführung des Welpen zu seinem Rudel nicht gegeben. Da die kleine Wölfin zum Fundzeitpunkt erst 3 bis 4 Wochen alt war, wäre ein Überleben des Tieres in freier Wildbahn ohne Anschluss an sein Rudel ausgeschlossen gewesen. Entsprechend dem Sächsischen Wolfsmanagement ist die dauerhafte Unterbringung von Wölfen in einem Gehege nur für Welpen zu erwägen, die jünger als 3 Monate alt sind. Die Suche nach einer geeigneten zoologischen Einrichtung führte schließlich zum Wildpark Lüneburger Heide. Der Wildpark hat mit dem Land Niedersachsen eine Kooperationsvereinbarung für die Aufnahme von Wölfen, die nicht mehr in die freie Natur entlassen werden können. Damit waren gute Voraussetzungen für eine dauerhafte Unterbringung der kleinen Wölfin gegeben.

Ist daraus das Projekt der Auffangstation entstanden?

Nicht ganz. Geplant war ursprünglich der Bau eines weiteren Wolfsgeheges in Kooperation mit einem gewerblichen Sponsor. Dann erschien Anuschka auf der Bildfläche und wurde natürlich in die Planungen integriert. Als sich herausstellte, dass die Geschichte mit dem gewerblichen Sponsor in der gedachten Form nicht zu realisieren war, gab es kurzzeitig eine sehr schwierige Situation für mich: Anuschka war da und brauchte perspektivisch einen Gehegeplatz, aber ich konnte sie nicht einfach mit den anderen Grauwölfen vergesellschaften, ohne dass es zwischen den Tieren zu ernsthaften Schwierigkeiten gekommen wäre.
Ich bat einige Wolfsfreunde um Unterstützung – und die Resonanz war wirklich überwältigend. Viele Wolfsfreunde haben sehr viel Geld gespendet und so konnte der Bau auch ohne den Sponsor zu einem guten Ende gebracht werden.

Wie lang dauerte der Bau der Auffangstation?

Alles in allem wohl gut 1 Jahr dauerte die reine Baumaßnahme mit Unterbrechungen. Die Bepflanzung der Gehege und des Außenbereichs hat mehr als 2 Jahre gedauert und es gibt da immer noch einiges zu tun. Und erst sehr viel später entdeckten wir, dass wir auch die Station selbst nachbessern mussten, da Ratten sich eingenistet hatten. Nun ist das Gebäude rattensicher… und auch hier haben Wolfsfreunde tatkräftig unterstützt.

Wo lebte Anuschka bis zur Fertigstellung der Auffangstation?

Hinter den Kulissen, das bedeutet, sie war von der Öffentlichkeit abgeschirmt und hatte 2 spanische Wasserhündinnen als Nannys.

Was macht Anuschka so besonders?

Sie ist in Freiheit geboren und hat die ersten knapp 4 Wochen ihres Lebens in ihrer wilden Wolfsfamilie verbracht. Sie ist die erste wilde Wölfin die ich betreue. Man darf die Prägung auf ihre Wolfsmutter in den ersten Tagen und Wochen ihres Wolflebens nicht unterschätzen. In dieser Phase werden die Grundlagen späterer Orientierungen gebildet. Durch intensive und recht zeitaufwändige Betreuung konnte die angeborene Scheu vor Menschen reduziert werden. Das war eine Voraussetzung für ihr weiteres Leben im Wildpark Lüneburger Heide.

Was bedeutet dir Anuschka?

Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich liebe alle meine Wölfe, alle waren und sind mir sehr nah – aber Anuschka ist durch ihre Geschichte für mich etwas Besonderes.


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